Zwetschgenfleckerl

Auf dem Bild kann man das nicht sehen. Es gibt zwar offensichtlich noch jemanden, der dieses Gras mäht, aber die Zwetschgen von dem Baum liest niemand mehr auf. Der Boden ist übersät mit Violett. Auf Schritt und Tritt aufgebrochenes Fruchtfleisch. Es riecht überreif. Sehr süß riecht es und schon ein wenig nach Essig. Die Wespen sind die einzigen Kreaturen, die hier noch etwas wollen. Direkt vor dem Tor ein Misthaufen ohne Mist, auf den jemand ein paar welke Blumen geworfen hat, vielleicht sogar völlig achtlos. Ich treffe niemand und bin froh darüber. Es geht keinen Menschen etwas an, warum ich ausgerechnet an diesem nutzlosen Schupfen angehalten habe. Die letzten Atemzüge eines Sommers, um den sich niemand mehr kümmert. Bald schon wird man verreisen müssen, um zu erfahren, was das überhaupt ist: Sonne. Hier findet man sie nicht mehr.
rationalstürmer - 13. Sep, 14:35