Sonntag, 20. Mai 2007

Skandal! Für Rechtsradikale kein Platz mehr in der CSU?



Rechts von der CSU
darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben.


Einige der älteren Leserinnen und Leser erinnern sich vielleicht an dieses Zitat aus dem Munde der großen alten, wie manche sagen, Kopfdrecksau Franz-Josef Strauß, den die Christsozialen auch heute noch mit einer solchen Hingabe wie einen Götzen anbeten, dass man sich beinahe um das Erste Gebot sorgen muss.

Im Grunde könnte man dieses Postulat von Strauß vor allem so verstehen: Die Politik der CSU muss stets so beschaffen sein, dass man auch als Altnazi oder Neuer Rechter mit seinem Lederhosenarsch hübsch auf der derbrunztn und warmgschoassltn Bierbank der CSU kleben bleiben können muss. Das hat in der Vergangenheit wunderbar funktioniert, und wer beispielsweise auch nur ein einziges Mal die braunen Bierdimpfl beim Politischen Aschermittwoch in Passau, anlässlich sonstwelcher feuchtfröhlicher Polit-Hoagartn oder in den Sauf- und Hetzgelagen auf den Verbindungshäusern stramm-rechter Burschenschaften erlebt hat, wird ganz genau wissen, was ich meine.

So traurig es klingt - Bayern war und ist ein Fleckerl Erde, auf das nicht zuletzt die Staatsobrigkeit selbst nach dem von ihr mitverschuldeten Niedergang der Landwirtschaft immer noch genügend Mist und Odel ausbringt und damit dem giftigen Unkraut ewig-gestrigen Denkens und verbohrten Nazitums einen Boden für ungezügeltes Wachstum bereitet. Oder anders gesagt: Wenn aus einer Staatspartei soviel Scheiße herausplatscht, dann werden die schon auch wissen, dass das einen Haufen brauner Flecken macht.

Beispiele gefällig? Dann schauen wir doch einfach einmal nach Schliersee ins bayerische Oberland: Just heute wollten sich da wieder Mitglieder der Landsmannschaft der Oberschlesier sowie der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland zum sogenannten Annaberg-Gedenktag treffen, einer seit Jahrzehnten durchgeführten Veranstaltung, bei der dieses verkommene Revisionistenpack auch schon mal die Reichskriegsflagge dabeihat oder die erste Strophe des Deutschlandliedes singt. Von offizieller Seite wurde diese Zusammenrottung jahrelang toleriert, und erst im vergangenen Jahr kam es zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Hintergründen der Veranstaltung, angeschoben auch und vor allem durch das beherzte "Nein!" der bayerischen Oppositionsparteien und Gewerkschaften vor Ort (Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland) sowie eine am 8. Mai dieses Jahres veröffentlichte und durchaus bemerkenswerte Stellungnahme des Schlierseer Pfarrers Alfred Giglberger und der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Sabine Gottstein. Letzteres freilich ganz im Lichte des lieben christlichen Versöhnungsgedankens und nicht ohne den abschließenden, staatstragend verklausulierten Hinweis, dass man zwar koane Nazi net mog, aber des goscherte Gschwerl vo de Linkn schon gleich zweimal nicht. Und weil es in Bayern noch immer so ist, dass man dem Pfarrer fast ebensosehr gehorcht wie der eigenen Frau, stand gestern Abend auf der Webseite des Münchner Merkur (der nebenbei gesagt auch noch nicht durch besondere antifaschistische Bestrebungen aufgefallen ist und bei den Traueranzeigen auch mal SS-Sprüche abdruckt) zu lesen, dass die Verantwortlichen die Gedenkfeier "ohne Angabe von Gründen" abgesagt hätten.
Auf einen ganz anderen, unheiligen Geist in Person eines ganz und gar saudummen Oberpfaffen auf Seiten der katholischen Kirche, der mit braunen Umtrieben so überhaupt keine Berührungsängste zu haben scheint, werde ich hier allerdings auch noch zu sprechen kommen. Nur, damit nicht jemand glaubt, ich hätte plötzlich meine Sympathie zum Katholizismus entdeckt.

Dass es da nicht schon viel früher ein Einschreiten gegeben hat, sondern die ach so armen Vertriebenen [Exkurs: Nein, ich heiße Vertreibung ganz generell nicht gut. Ja, ich erkenne sehr wohl ein gewisses Recht der Heimatvertriebenen auf Schmerz und Trauer an, auch nach wasweißichwievielen Jahren. Aber bitte mit Verstand und ohne Nazis! Damit wir uns da nicht falsch verstehen. Exkurs Ende] ihre Revancheparolen seit Jahren ohne größere Kritik hinausgrölen dürfen, liegt natürlich daran, dass in Bayern von Staats wegen die Vertriebenen Stammesstatus haben und als nützliches Stimmvieh für die CSU von dieser so sehr gemästet werden, dass andere so viel gar nicht derfressen könnten. Kaum ein Ministerpräsident oder Minister, der nicht auf diversen Landsmannschafts- oder Deutschlandtreffen der jeweiligen Verbände seinen Kotau gemacht hätte. Absolute Mehrheit und so. Übrigens, wer wissen möchte, was ich mit Revancheparolen meine, der sehe sich ruhig einmal das Gästebuch auf der Internetseite der Landsmannschaft der Oberschlesier an, auf die ich hier bewusst nicht verlinke. Was sich dort an rechten Unerträglichkeiten findet, ist nicht nur schlicht und einfach zum Kotzen, sondern dürfte nach der aktuellen Internet-Gesetzgebung auch die Gerichte interessieren. Beitrag über Schliersee aus dem Zeitspiegel (ich weiß, Schwarzer Kanal. Aber die werden werden ja auch immer aufmüpfiger gegen die CSU) gibt es bei Youtube.

Anderes aktuelles Beispiel: Die Affäre um dem Regensburger CSU-Stadtrat Dr. Thomas Fürst. Die ganze Geschichte kocht jetzt erst so richtig hoch und beschäftigt mittlerweile endlich auch die Staatsanwaltschaft, obwohl ihre Anfänge Jahre zurückliegen. Bald zehn Jahre, in der CSU-Oberen ebenso teilnahms- wie tatenlos zugesehen hatten, wie sich da ein mehr als rechtslastiges Parteimitglied ein Netzwerk aus ebenso kackbraunen Speichelleckern und Wasserträgern zusammengeschraubt hat! Chat Atkins hatte in seiner Sargnagelschmiede bereits mehrmals darüber geschrieben.

Seit Mitte der 90er Jahre hatte es bei Fürst selbst und in seinem Umkreis eindeutigste Neonazi-Ausfälle gegeben, unter denen das Horst-Wessel-Lied noch zu den geringeren gehören. Die Vorgänge werden mittlerweile von Fürst - der wohl seit Jahren zumindest öffentlich nicht mehr als Rechtsradikaler auffällt - bestritten, sind allerdings mehrfach eidesstattlich bezeugt. So richtig aufgeflogen ist die Geschichte erst, weil die Regensburger CSU seit einer Kreisdeligiertenwahl vor Ostern, die das Fürst-Lager gewonnen hatte, heillos zerstritten ist und im Chaos diffuser Beschuldigungen und Amtsenthebungen versinkt. Dass die Staatsanwaltschaft die Verfahren zuletzt wegen Verjährung eingestellt hat, macht es Fürst jetzt leicht, gegen alles und jeden wegen übler Nachrede vorzugehen.

Weiterer Büchsenspanner Fürsts aus dem erzreaktionären Dreck ist der Regensburger Prälat Heinrich Wachter von der Marianischen Männer-Congregation, einem ultrakonservativen Haufen von Katholiken mit ausgezeichneten Beziehungen nicht nur zu Benedikt Sechzehn, sondern auch zum braunen Sumpf in der Regensburger CSU. In einem Interview im Zeitspiegel (tut mir echt leid) zu den Vorwürfen gegen Fürst befragt, sagte Wachter in Bezug auf einen Vorfall, bei dem Fürst besoffen den Versuch abbrechen musste, die Reichskriegsflagge aufzuhängen: "Ach mei, Reichskriegsflagge. Jetzt hörn´S doch amal auf, aus jeder Mücke gleich einen Elefanten zu machen." Mehr muss man wohl nicht sagen um zu begreifen, wie dieser Mann tickt und welche Allianzen da geschmiedet worden sind. Sowas ist ein Fall für den Staatsanwalt. So einer gehört mit der Scheißhausbürste und dem Arsch voraus aus der Kirche hinausgekehrt. Und anschließend so lang verdroschen, bis er nicht mehr "Meck" sagen kann. Würde mein Salzburger Opa jetzt sagen, weil der konnte recht streng sein. Schad, dass er nimmer lebt.

Die große landespolitische Sauerei hinter diesen ohnehin schon ungeheuerlichen Vorgängen stinkt jedoch noch viel mehr, und der Gestank kommt durchaus auch aus der CSU-Landesleitung. Aufstoßen tut nämlich nicht nur das Beifallgeklatsche für Fürst und seine Kammärradänn von Seiten der NPD, sondern das offensichtliche Desinteresse, mit dem man diese Schreckgestalt über Jahre gewähren hat lassen, trotz vielfacher Hinweise auf einwandfrei straftatsbestandswürdige Äußerungen und Umtriebe. So groß ist das Geschrei inzwischen geworden, dass sich seit Ende März endlich auch die Parteileitung mit der Sache beschäftigt. Generalsekretär Markus Söder, der in seiner eigenen Zeit als bayerischer JU-Vorsitzender dem Vorstandskollegen Fürst noch mitgab, dass man als Politiker eben mit einer "missliebigen Presse" leben müsse (taz vom 31.03.2007), reiste Ende März nach Regensburg und redete - erfolglos - auf Fürst ein.

Überhaupt Söder. Für Rechtsradikale sei in der CSU kein Platz, sagte er nach dem Treffen und ließ dabei sein "Eingreifen" bewenden. Dass der Mann offensichtlich nur nachtreten und kraftvoll zubeißen kann, wenn es um sein Herrchen geht, beweist allerhöchstens, dass es in dem Laden nicht nur ein Plätzchen für die Rechten, sondern auch eines - wie man böswillig konstruieren könnte - für präpotente Trottel gibt, die zwar gerne an jedem rothaarigen Weiberschopf ziehen, ansonsten aber jegliches Gespür für die wirksame Bekämpfung tatsächlicher Parteischädigung vermissen lassen. Dass der abschiedsbetäubte Noch-Parteichef Stoiber selbst noch kein Machtwort gesprochen hat, ist dabei fast eine lässliche Sünde. Was will man von dem Mann schließlich noch erwarten.

Da ist ein Blick auf den künftigen Ministerpräsidenten schon lohnender. Dieser hatte vor gut einer Woche im SZ-Interview noch zugegeben, dass das Problem über Jahre hinweg schlicht und einfach verschleppt wurde. Dennoch muss der Mann sich schon fragen lassen, warum er - noch dazu als Innenminister - nicht schon bei Bekanntwerden der ersten Verdachtsmomente auf den Tisch gehauen und durchgegriffen hat. So dumm kann man doch gar nicht sein, sich tatsächlich bewusst dem Vorwurf auszusetzen, man sei auf dem rechten Auge blöd! Und auch, wenn es sicher hundsgemein wäre zu sagen "Naja, eine Krähe..." und sich ganz sicherlich kein Zusammenhang im politischen Sinne herstellen lässt, aber: Was um alles in der Welt hat Günther Beckstein in der letzten Woche dazu veranlasst, sich mit Jörg Haider an einen Tisch zu setzen?!

Wie gesagt, es ist ein Skandal.

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rationalstürmer - 2. Mär, 21:41
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Ich hab einen Magen-Darm-Dings, da ist mir ein bisserl...
rationalstürmer - 2. Mär, 21:38
Hahaha, Herr Passenger...
Hahaha, Herr Passenger ... das mit den eigenen Überzeugungen...
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Pecas - 2. Mär, 20:47
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Das Interview interschien ja wohl zeitgleich mit der...
stilhäschen - 2. Mär, 20:12
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Pecas - 2. Mär, 07:36
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