Freitag, 6. März 2009

Sozialromantik / 17 Prozent



Ist mir wirklich völlig unverständlich, dass die feinen Leistungsträger dieser Republik ihre bezahlten Abstimmer von der FDP nullkommanix auf Regierungsbeteiligungsgröße anschwellen lassen können, wohingegen die 3.552.000 Bezahler der Krise es nicht schaffen, ihre Ärsche langsam mal in Richtung Villenviertel zu bewegen. Aber das ist wohl einfach zu viel verlangt.

Samstag, 28. Februar 2009

Das Männchen mit den Frevelhölzern

Walter Mixa ist gewiss nicht zu beneiden. Wer im gestrengen Zölibat zu leben sich auferlegt hat und beschlossen, sein Fleisch im ewigen Widerstreite mit den Begierden zu pflegen, den werden wohl so manche Nacht allerlei verderbte Versuchungen des gerechten Schlafes berauben. Gar sündhafte Visionen müssen das sein, verkommene Trugbilder der Wollust und der dunkelsten aller Triebe, die Nacht um Nacht sich zur alpdrückenden Heimsuchung auswachsen und die geschundene arme Seele auf das Heftigste peinigen.

Wie verständlich ist es doch dann, wenn solch einer, der ausschließlich dem Allermächtigsten brav und treu und standhaft zu dienen sich verpflichtet hat, bis dieser ihn - wenn des Lebens Mühen endlich enden und die letzten Körnlein Sandes im Stundenglase vom baldigen Besuch des Schnitters künden - heimberuft zu sich, wenn solch einer also im verschwieg´nen Dunkel seiner Schlafstatt gleich dem Sünder Onan die Hand an sich legt. Verschafft doch der armen Kreatur einzig und allein der klandestine Genuss der hastig mit brokatnen Tüchlein fortgeschwischten feuchten Frucht aus der unheiligen Rechten der Hand-Maria von Masturbia ein wenig Linderung von seinen Leibesqualen.

Doch ach, wie gering muss wohl die Genugtuung sein, die ein solcher Verspüren kann, eingezwängt und schier zerrieben zwischen den unablässig mahlenden Mühlsteinen seiner Schuld über die ebenso frucht- wie hemmungslose Vergeudung des eignen Samens und dem immer aufs neue die Gedanken marternden Zwange, doch etwas Bleibendes zu lassen.

Daher hat der Oberpfarrer Mixa sich aufs Panier geschrieben, dass sein Ejakulat ein geistig-metaphysisches sein solle. Wahrheiten will einer schaffen wie dieser, mächtigen Worten der Springquell sein, auf dass sie die geöffneten Schöße seiner Schäflein befruchten mögen, zu Hunderttausenden gar. Und so macht er sich immer wieder daran, sein ebenso kleines wie gleichsam kleingeistiges Gedankengemächt zu masturbieren, heftiger und immer heftiger das ganze Leben selbst daran zu reiben, bis es schließlich, von hitzigem Zorn über die eigene Bedeutungslosigkeit zur Glut gebracht, sich gar zur Flamme auswächst.

Und genau darin liegt, wie ich finde, das Grundproblem dieses bösartig-katholischen und eitel-lustgeilen Onansjüngers im Priestergewande. Er verschafft sich nicht nur selbst Erleichterung, sondern er zündelt. Mit voller Absicht und jederzeit im vollen Bewusstsein darüber, dass da draußen genug ist, was auch brennt. Genau da hält er seine Lunte hinein und wedelt so lange aufgeregt damit herum, bis die Funken Nahrung finden.

Walter Mixa ist ein schlimmer Brandstifter, der die Bedeutung des griechischen holokáutoma sehr wohl kennt - und dennoch relativiert er den Holocaust mit seinen verqueren und unsäglichen Äußerungen. Und nicht nur das, er diffamiert und beleidigt Hunderttausende von Frauen, die mit ihrer Entscheidung für eine Abtreibung hart mit sich kämpfen müssen und mussten.

Gut, dass so einer sich kraft Amtes nicht fortpflanzen darf. Besser wäre gewesen, man hätte die Welt mit Stricknadel und Seifenlauge vor ihm bewahrt.

Freitag, 20. Februar 2009

Die Verhöhner

Opel schon kaputt oder vielleicht doch nicht. Bei Audi steigen sie ebenfalls langsam vom hohen Rösslein runter. Und jetzt auch noch, igittigitt und Schockschwerenot, Bilanzfälschung oder sowas in der Art bei den größenwahnsinnigen Halbkönnern von der HRE? Dazu ein christsoziales Junkerbübchen, dem sein Wirtschaftsminister-Faschingskostüm offenbar so arg die Durchblutung im Gehirn abschnürt, dass ihm nicht einmal seine Mitarbeiter von seiner dämlichen Herbstaufschwung-Büttenrede abhalten können, während um ihn herum das Land in den okönomischen Orkus geht.

Also echt, so langsam wird selbst mir, der ich ja in Sachen Unbillen des Lebens wahrlich nicht zimperlich bin, diese Krisenkrise etwas unheimlich. Wie schön, wenn es dann doch noch anrührende Momente gibt in dieser unappetitlich-gruseligen Szenerie. Wie schön, wenn es inmitten dieses garstigen System-Armageddon hie und da wenigstens noch ein klitzekleines bisserl menschelt.

Zugegeben, es riecht schon irgendwie komisch, wenn da im fränkischen Verwöhnten-Städtchen die Cashburnerin Schäffler jetzt auf einmal das Hungertüchlein zum Outfit-Must-have der Stunde hochstilisiert. Oder wenn man einfach mal ein paar Tausend von denen, die nach dem Untergang vielleicht tatsächlich nichts mehr zu fressen haben, in Geiselhaft nimmt und zum Betteln in die Fußgängerzonen vorschickt, wie das sonst nur irgendwelche balkanesischen Profigeldsammler mit ihren Kindern machen. Oder wenn man sich erst Krokodilstränen greinend vorne hinstellt und dann die gierigen Patschehändchen überm Haupte verschränkt wie weiland Gertie Schröder. So sieht also der unternehmerische Einsatz aus, zu dem jemand noch fähig ist, der sich gründlich verzockt und verhoben hat: die böseböse Arbeitsplatzkeule schwingen, Tausende von Menschen zum Solidaritätsjubeln antanzen lassen und vom Staat die Kohle wieder reinholen wollen, die man vorher mit beiden Händen rausgeschmissen hat. Zwanzigtausend müssen dort seit Anfang Februar übrigens bereits Kurzarbeit machen. Zwanzigtausendmal springt also hier der Staat, nach dem zu schreien die Frau Milliardärin ihre Leute zum Anschaffen auf die Straße getrieben hat, schon ein. Weil sie selbst den Hals nicht voll kriegen konnte. Weil sie gegen jedes bessere Wissen zum Angriffskrieg auf die Konkurrenz geblasen hat zu einer Zeit, in der man sehr wohl schon kapieren konnte, dass diese Aktion schief gegen musste.

Es ist schon sehr dreist, jetzt den finanziellen Schaden, den eine Privatunternehmerin angerichtet hat, an die Gesellschaft zu externalisieren. Schlichtweg unerträglich ist allerdings, dass man dazu auch noch diejenigen, die wirklich die Zeche zu bezahlen haben werden, als menschliche Schutzschilde missbraucht. Pfui Teufel! Und nach Herzogenaurach fährt nicht mal ein Zug, über den die Bildzeitung schreiben könnte.

Schlimm, das. Echt schlimm. Da ist es beinahe schon als medialer Glücksfall anzusehen in dieser grimmigen Zeit, dass zumindest auf die Arschlöcher dieser Republik verlass ist. Nehmen wir zum Beispiel einfach mal das CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder. Also nicht, dass ich hiermit behaupten möchte, Philipp Mißfelder sei ein Arschloch - darüber soll sich schließlich jeder selbst eine Meinung bilden. Aber von ihm geistert gerade eine hübsche Aussage durch die Blätter, die auch für die künftigen ALGII-Bezieher von Herzogenaurach interessant sein könnte. Die Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder sei nämlich, so der JU-Vorsitzende, ein "Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie." Lustigerweise hat er das auch noch im Rahmen eines Frühschoppens gesagt, wo die Kolleginnen und Kollegen aus der CDU sicher schon das eine oder andere Bierchen intus hatten.

Tja, und jetzt sind natürlich wieder alle furchtbar böse auf den armen Mann, und gewiss wird es nicht lange dauern, bis er sich wieder einmal für den diffamierenden Unrat entschuldigt, der ihm in so schöner Regelmäßigkeit aus dem Kopf tropft. Und die doofen Hartz-IV-Empfänger haben einmal mehr serviert bekommen, dass sie auch für ihre künftigen politischen Führer nichts anderes sind als faulenzender, saufender und zigarettenrauchender Ballast.

Und so endet eine grausige Woche dann doch wieder einmal mit der schönen Gewissheit, dass es außer dem baldigen Ende des Kapitalismus und anderen unschönen Schreckensmeldungen auch noch wirklich was gibt, über das man sich rechtschaffen aufregen kann.

Freitag, 13. Februar 2009

Ich als Philanthrop

Auf meine alten Tage werd ich zunehmend weichherziger. Und nachdem ihr Saubande schon bei meiner eigenen Wohnungssuche keine Hilfe wart (die zumindest aufrichtig gemeinten Versuche des Stilhäschens mal ausgenommen), kann vielleicht irgendjemand von euch kaffeehaushockenden Nichtsnutzen da draußen einer ganz arg lieben Freundin von mir weiterhelfen.

Die sucht nämlich neue vier Wände. In München.

Okay, man kann jetzt natürlich sagen (und zwar zu recht): Selber schuld, bläds Diandal, und gscheid recht, wer so saudeppert ist und in diesem aufgeblasenen Scheißhaufen von einer überschätzten Pseudogroßstadt mehr als tot überm Zaun hängen will. Aber das Maderl ist dort in - nun ja - einigermaßen guter Stellung und will halt einfach nur schön wohnen.

Geht mir ja nicht ins Hirn. Aber ich versteh ja die Frauen eh nicht. Was nochmal ein ganz anderes Thema wäre. Und darum jetzt die Suchanzeige der Dame im Wortlaut. Hätt ich ja ganz anders geschrieben, aber für das Vermieter und Maklergschwerl in Scheiss-M muss man wohl so sein ... Außerdem weiß Mademoiselle ganz im Gegensatz zu mir tatsächlich, was sich gehört. Und sie ist nicht einmal ein halb so schwieriger und kopfkranker Mensch wie ich ...

Vorstandsreferentin (35 J.) sucht dringend (1.4. oder früher)
2-Zi.-Wohnung in der Au,
in Haidhausen, Isarvorstadt o.ä.;
mind. 45 qm, gerne m. Blk.,
Miete max. 750 Euro warm.


Kontakt erst mal über mich: dasbesteausmeinemleben ätt yahoo punkt de. Vergeltsgott.

Sonntag, 1. Februar 2009

Abschiedslied



Irgendwann hab ich das mal im Fernsehen gesehen, wie sie die Asche eines Gestorbenen einfach so im Wind verteilt haben. Kein Meer, aber Wind. Und wenn die beiden nicht zusammen gehören, dann weiß ich auch nicht.

Ob du jetzt schon da bist, wo du hin wolltest? Ich wünsch dir von Herzen, dass es das Meer ist. Von ganzem Herzen. Obwohl wir eigentlich noch ein Hühnchen miteinander zu rupfen hätten, mein Lieber. Denn wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, dann wolltest du doch immer mindestens siebenundachtzig werden. Keine Ahnung, was dich dazu bewogen hat, dann doch so früh bei Freund Hein anzuheuern und auf letzte große Fahrt zu gehen.

Verdammt nochmal, Edi, so hatten wir nicht gewettet! Und gleich nochmal verdammt. Weil du nämlich fehlst. Eigentlich fehlst du viel zu sehr für das bisschen Leben, das uns beide verbunden hat. Ein einziges Mal haben wir uns getroffen, damals bei dieser Lesung in Hamburg, bei der du nicht warst. Dich musste man persönlich aufsuchen. Hinauf in dein Krähennest im Nuttenturm musste man, wo dein Jolly Roger in der Hamburger Seeluft flatterte. Wo es Bessen Genever für die Buben gab und Kaffee für die Damen. Wo eine ganze Wand voll Bilder einem eindrucksvoll vor Augen führte, wie groß deine Blogfamilie wirklich war. Wo man sich auf wahnsinnig wunderbare Art sofort zu Hause fühlen konnte. Weil du einem dieses Gefühl gegeben hast. Weil du irgendwie dieses Zuhause warst - so seltsam das klingen mag.

Es ist zwar jetzt nicht mehr wirklich wichtig, aber du kennst ja meinen Fimmel für manche Zahlen. Du hast am 28. August 2005 zum ersten Mal bei mir kommentiert, in meiner alten, verkackten Bloghütte, von der heute genauso wenig übrig ist wie von deinem Blog. Vielleicht hast du deswegen irgendwann mal damit angefangen, "kleiner Bruder" zu mir zu sagen, weil ich auch alles einfach mit runtergerissen hab. Damals. Scheiße nochmal, es kommt mir wie ne halbe Ewigkeit vor und liegt doch erst ein paar Jahre zurück. Ein paar Jahre, in denen du so vielen von uns mitten ins Herz gewachsen bist, du alter Kauz. Du großartiger alter Kauz. Und dann stirbst du einfach an einem 28. Ich muss schon sagen, das hast du sauber eingefädelt. Du Gauner.

Auf meinem Fensterbrett steht noch die geweihte Kerze aus deiner Lieblingskirche in Hamburg. Ich wusste nie so recht, warum ich sie eigentlich nicht angezündet habe. Sie lag zu einer Zeit in meiner Post, in der ich ein warmes Licht so bitter nötig hatte, dass ichs nicht gewagt hab, irgendjemand danach zu fragen. Du hast sie einfach in ein Päckchen gesteckt und mir geschickt, fast ohne ein weiteres Wort. Ich versprech dir, dass ich sie in Ehren halten werde. So wie das Andenken an dich, alter Freund.

Hab dank, Edikarl Henn, für die Zeit mit dir und all das, was du mir übers Leben beigebracht hast. Für die Geschichten, die du mit mir und uns geteilt hast. Für manch tieftraurige Erkenntnis und so manchen dreckigen Lacher. Für deinen ungeheuerlichen Humor und für deine wahnsinnige Herzensweisheit. Danke für dich. Ich wünsch dir immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

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Die Frage nach dem Sein.

Du bist nicht angemeldet.

Die Beobachtungskamera.

Bist äigschloufm oda...
Bist äigschloufm oda wos? Iwarawal homa in easchdn...
fuxbeck - 1. Jun, 18:33
Nur zu. Immer her mit...
Nur zu. Immer her mit den Kommentaren - selbst wenns...
rationalstürmer - 2. Mär, 21:43
Das mit der Glaubwürdigkeit...
Das mit der Glaubwürdigkeit ist ja eh so eine Sache....
rationalstürmer - 2. Mär, 21:41
Ich hab einen Magen-Darm-Dings,...
Ich hab einen Magen-Darm-Dings, da ist mir ein bisserl...
rationalstürmer - 2. Mär, 21:38
Hahaha, Herr Passenger...
Hahaha, Herr Passenger ... das mit den eigenen Überzeugungen...
rationalstürmer - 2. Mär, 21:36
ja du lieber mein vater
In meiner Erregung sehe ich mich veranlasst, hier -...
Pecas - 2. Mär, 20:47
Das Interview interschien...
Das Interview interschien ja wohl zeitgleich mit der...
stilhäschen - 2. Mär, 20:12
Ach, jetzt bist du plötzlich...
Ach, jetzt bist du plötzlich wieder hier. Da kennt...
St. Burnster - 2. Mär, 20:00
Triebtäter
Forcierte Penisverlängerung (pro Demagogen-Verfassungsdisse rtations-Plagiatseite...
Pecas - 2. Mär, 07:36
Um treffend Lump geziehen...
Um treffend Lump geziehen zu werden, ist der Mann fraglos...
Fellow Passenger - 2. Mär, 01:48

Die immer müßige Suche nach weiteren Wahrheiten

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Die Heirats- und anderen eindeutigen Anträge nach wie vor bitteschön an
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Das böse kleine Kleingedruckte.

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Dass ich nicht lache.

Online seit 7671 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 1. Jun, 18:33

Die Mitschuldigen an dieser garstigen Sammlung von nachgemachtem Ausgekotzten.

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